Sektion Bonn

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Montag, 18.05.2026 - 18:00

Bedeutung von Luftmacht in den Verteidigungsplanungen der NATO

Wie der russische Angriffskrieg in der Ukraine und auch weitere Konflikte eindrücklich zeigen, haben alle Aspekte von Luftmacht eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Zuallererst steht hierbei die Frage im Raum, ob das Bündnisgebiet gegen das vielfältige Spektrum der Luftbedrohung wirksam geschützt werden kann. Im Weiteren muss die Allianz in der Lage sein, durch konzertierte Luftangriffsoperationen einen potenziellen Aggressor in seinen offensiven Handlungsmöglichkeiten massiv einzuschränken.

Welche Planungen existieren hierzu bei der NATO? Welche Erfordernisse ergeben sich speziell für Deutschland und die Bundeswehr im Besonderen? Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag erörtert werden.
Vortrag und Diskussion

V.l.n.r. Richard Rohde (SL GSP Bonn), BG Volker Samanns, GLt a.D. Hans-Joachim Schubert (CG), Oberst Michael Warter (CG), GLt a.D. Dieter Naskrent (GFF). © Roland Heckenlauer


Einführung durch GLt a.D. Hans-Joachim Schubert - Clausewitz-Gesellschaft. © Roland Heckenlauer


Referent Brigadegeeneral Volker Samanns. © Roland Heckenlauer


Der voll besetzte Moltke-Saal BMVg Bonn. © Roland Heckenlauer

 

Nachbericht zur Veranstaltung “Bedeutung von Luftmacht in den Verteidigungsplanungen der NATO”

Brigadegeneral Volker Samanns, Head of the Joint Air and Space Power Staff Element im International Military Staff des NATO-Hauptquartiers in Brüssel, sprach bei einer Kooperationsveranstaltung der GSP Bonn mit der Clausewitz-Gesellschaft sowie der DAG, DWT und der Gemeinschaft der Flugabwehr- und Flugabwehrraketentruppe (GFF) über die Bedeutung moderner Luft- und Weltraummacht in den Verteidigungsplanungen der NATO.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die Voraussetzungen moderner Luftmacht, die Auswirkungen hybrider Konflikte sowie neue technologische Entwicklungen. Volker Samanns betonte, dass heutige Konflikte parallel in mehreren Räumen verliefen – militärisch, cyberbezogen, informationell und im Weltraum. Deshalb sei die Bezeichnung „Joint Air and Space Power“ treffender als der klassische Begriff „Joint Air Power“. 

Die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine seien zwar wichtig, stellten jedoch „keine Blaupause für das eigene Handeln“ dar. Abschreckung werde letztlich durch den Gegner definiert. Zugleich führten technologische Entwicklungen, Robotik und die Verkürzung der sogenannten Kill Chain dazu, dass militärische Entscheidungsprozesse immer schneller ablaufen müssten. 

Brigadegeneral Samanns gliederte seine Ausführungen in drei zentrale Arbeitsbereiche. Zunächst verwies er auf die „Strategic Standing Defence Plans“ der NATO, die verschiedene Missionen in einer „Single Integrated Defence Mission“ unter Führung von SACEUR bündeln sollen. Dabei gewinne die Luftverteidigung wieder eine so hohe Bedeutung wie im damaligen Kalten Krieg. Trotz moderner Luftmacht bleibe auch die Heeresflugabwehr unverzichtbar. Anschließend erläuterte er den NATO Defence Planning Process.

Im kommenden Planungszyklus stünden definierte Fähigkeitsziele im Mittelpunkt, die militärisch durch den „Military Input“ aus dem NATO-Hauptquartier vorbereitet würden. Ziel sei eine abgestimmte Fähigkeitsentwicklung innerhalb des Bündnisses. 

Abschließend ging Volker Samanns auf die russischen Streitkräfte und die Lehren aus dem Krieg gegen die Ukraine ein. Russland zeige hohe Munitionsverbräuche, zugleich aber auch Lern- und Anpassungsfähigkeit. Die NATO verfüge mit den Joint Force Commands und dem Air Command in Ramstein zwar über leistungsfähige Strukturen, die notwendige Abstimmung zwischen 32 Nationen bleibe jedoch eine besondere Herausforderung. Als zentrale strategische Herausforderungen nannte Brigadegeneral Samanns Russlands militärische Fähigkeiten, die strategische Gleichzeitigkeit mehrerer Krisen sowie die veränderte Rolle der USA innerhalb des Bündnisses.

Der Abend endete nach einer intensiven Diskussionsrunde eines sehr interessierten Publikums und mit einem gemeinsamen Empfang der Teilnehmer und Gäste. 

Text: Benedikt Roelen, GSP Bonn 


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