Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Sektion Wilhelmshaven/Friesland

Dienstag, 25.08.2026 - 19:00

Auf dem Weg in die nukleare Anarchie?

Die nukleare Abschreckung bildet seit der Gründung der NATO im Jahr 1949 den unumstrittenen Kern der kollektiven Verteidigung und der gegenseitigen Sicherheitsgarantie des Bündnisses. Seit Umsetzung des zwischen USA und damaliger Sowjetunion geschlossenen Vertrags über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) von 1987/1988 basiert die nukleare Abschreckung der Allianz auf interkontinentalstrategischen Nuklearwaffen (ICBM) der USA, den in Europa stationierten taktischen Kernwaffen der USA sowie den britischen seegestützten strategischen Kernwaffen, die zwar in die NATO-Nuklearplanung einbezogen sind, aber letztlich der Kontrolle Großbritanniens unterliegen, und den französischen seegestützten strategischen und luftgestützten taktischen Nuklearsystemen, die nicht in NATO-Planungen einbezogen sind und über die der französische Staatspräsiden die alleinige Kontrolle und Befehlsgewalt hat. Taktische Nuklearwaffen der USA sind in Belgien, Deutschland, England (dort zusammen mit US-Trägersystemen), den Niederlanden und der Türkei stationiert. Belgien, Deutschland, die Niederlande und die Türkei sind über die sogenannte nukleare Teilhabe in die Abschreckungspolitik der Nato eingebunden, wobei die USA die uneingeschränkte Kontrolle über ihre in Europa stationierten Atomwaffen behalten.
Vortrag und Diskussion

Referent: Prof. Dr. Joachim Krause, Kiel

Zum Referenten: Joachim Krause wurde am 7. Februar 1951 in Heide, Schleswig-Holstein, geboren und legte 1969 sein Abitur am dortigen Gymnasium ab. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität Hamburg, was er 1975 mit dem Diplom abschloss.

Ein erster beruflicher Einsatz fand von Februar 1978 bis Ende September 1993 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), derzeit in Ebenhausen (Landkreis München), statt. In dieser Zeit arbeitete Joachim Krause an seiner Doktorarbeit und promovierte 1982 an der Freien Universität Berlin. Ab Oktober 1990 wirkte er auch als Leiter des Forschungssekretariats der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Ab Oktober 1993 arbeitete Dr. Krause als stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Bonn. Während dieser Zeit, in 1997, habilitierte Dr. Krause an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er bis 2000 fortan zusätzlich als Privatdozent tätig war; als Privatdozent wechselte er 2000 an die Universität Potsdam, wo er bis 2001 als Hochschullehrer wirkte.

Ende August 2001 verließ Prof. Dr. Krause die DGAP und wurde ordentlicher Professor für Internationale Politik und Direktor am Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seit Januar 2002 wirkte er insbesondere als Direktor und zugleich als einer der Geschäftsführer des Instituts für Sicherheitspolitik gGmbH an der Universität Kiel (ISPK). Während er seine Professur an der Christian-Albrechts-Universität in 2016 mit 65 Jahren beendete, blieb er Direktor des ISPK bis Ende Juni 2023.

Prof. Dr. Krause hat auch an ausländischen Institutionen gelehrt bzw. geforscht. Er war Mitglied von deutschen Regierungsdelegationen. Seine Ehrenämter als Politikwissenschaftler waren zahlreich. Prof. Dr. Krause ist Autor bzw. Herausgeber von mehr als 40 Büchern und Verfasser von hunderten von wissenschaftlichen Aufsätzen und Artikeln. Anfang dieses Jahres erschien sein neuestes Buch „Die Deutschen und die Atombombe – Eine Geschichte von Angst, Ambivalenz und Verantwortung“. Prof. Dr. Krause ist bis heute ein gefragter Gast bei Fachforen, Vortragsveranstaltungen und Symposien.

Prof. Dr. Krause war bis Mai 2024 Vorstandsmitglied der „Stiftung Wissenschaft & Demokratie“ (SW&D) in Kiel und bis Ende 2024 geschäftsführender Herausgeber von „SIRIUS - Zeitschrift für Strategische Analysen“. 

Prof. Dr. Krause ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Kiel. Sie haben ein – längst – erwachsenes Kind.

Ort: Gorch-Fock-Haus - „Johann Kinau Saal“ - Viktoriastr. 15 , 26382 Wilhelmshaven
Organisator: Kapitän zur See a.D. Berend Burwitz , Sektionsleiter Wilhelmshaven/Friesland, Berend.Burwitz@gsp-sipo.de
0171 4727 146

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