Sektion Saar
Gesamtresilienz – Bevölkerungsschutz -Zivilschutz
Kooperationsveranstaltung der GSP-Sektion Saar mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und dem Deutsch-Amerikanische-Institut Saarland (DAI)
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken
THW Landessprecher Sebastian Klein bei seinem Vortrag
v.l.n.r. LtdPD a.D. Detlef W. Karioth und THW Landessprecher Sebastian Klein bei der Q&A Session nach dem Vortrag
Leiter des Amtes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung Saarlouis Christian Bost mit Erläuterungen zur Übung SAAREX 2026
Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine forderte ein Umdenken in unserer Gesellschaft mit Blick auf Bedrohungen durch kriegerische Angriffe, Terrorangriffe, Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie hybride Bedrohungen.
Nach dem jahrzehntelangen Abbau unserer Zivilschutzeinrichtungen, Schließung von Schutzbunkern u.v.m. aber auch dem Rückbau und der Vernachlässigung unserer Verteidigungsfähigkeit, der finanziellen Einsparung zugunsten anderer politisch wohl eher priorisierter Bereiche zum Erhalt des Wählerwohlwollens, sieht sich unsere Gesellschaft nun vielfältiger Bedrohungsszenarien ausgesetzt, auf die sowohl Militär als auch Blaulichtorganisationen, aber auch jeder Einzelne, Familien, Nachbarschaften und Wohngemeinschaften wirksame Handlungsoptionen entwickeln müssen, um eigene Resilienz zu gewährleisten.
Die dezentralen, föderalistischen Strukturen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes fordern Bund, Länder, Kommunen, Städte und Gemeinden sowie jeden einzelnen von uns auf, seinen Beitrag im Sinne des Ganzen zu leisten. Dazu ist es vorrangig wichtig, die verschiedensten Szenarien durchzudenken und im Rahmen von Übungen zu trainieren. Dazu gehören Stromausfall mit Folgen für Kommunikation (Digitalfunk, Mobilfunk u.a.), elektronische Schließanlagen, Beleuchtung, Anschläge auf Wasserversorgung, Fragen zu Mobilität, Straßen- und Wegenutzung, Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser, medizinische Hilfe sowie die Schaffung von Leuchttürmen (Sportstätten mit Duschen, Gemeindezentren, Schulen u.a.), wo sich Bürger versammeln können. Wichtig sind auch die Funktionsfähigkeit von Warn-Apps (NINA und KatWarn) Sirenen, Lautsprecheranlagen u.v.m.
Sebastian Klein, der Landessprecher des THW Saarland, erläuterte in eindrucksvoller Weise aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung im Inland sowie bei Kriseneinsätzen in vielen Teilen der Welt in sehr bodenständiger, alltagstauglicher Form, auf was die Menschen in den genannten Krisensituationen achten sollten.
Dabei kam deutlich der Vorteil des THW als Bundesanstalt zum Tragen, da die Einsatzmittel bundesweit vereinheitlich und somit in jedem Bundesland gleich strukturiert sind. An der hohen Bedeutung des Ehrenamtes ließ er keinen Zweifel. Die Jugendbetreuung und Gewinnung von jungen Menschen für die verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten sind unerlässlich und haben eine positive gesellschaftliche Wirkung. So haben Kinder und Jugendliche des THW durch ihre Befähigung im Bevölkerungsschutz schon 12 Menschenleben gerettet.
Viele Fragen der Teilnehmer und der klare Wunsch an uns, genau mit solchen praxisbezogenen Veranstaltungen mit weiteren Organisationen des Bevölkerungsschutzes und Katastrophenschutzes fortzusetzen.