Sektion Saar

Sektion Saar

Donnerstag, 13.08.2026 - 19:00

Gesamtresilienz – Bevölkerungsschutz -Zivilschutz

Kooperationsveranstaltung der GSP-Sektion Saar mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und dem Deutsch-Amerikanische-Institut Saarland (DAI)

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine dauert seit 2022 an und forderte auch ein Umdenken in unserer Gesellschaft mit Blick auf Bedrohungen durch kriegerische Angriffe, Terrorangriffe, Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie hybride Bedrohungen.

Nachdem wir über Jahrzehnte in relativer Sicherheit sowohl die Verteidigungsfähigkeit als auch den Bevölkerungs-Zivilschutz sukzessive reduziert haben, sieht sich unsere Gesellschaft nun verschiedenen Bedrohungsszenarien ausgesetzt, auf die sowohl Militär als auch Blaulichtorganisationen/Zivilschutz/ Bevölkerungsschutz wirksame Konzepte und Handlungsanweisungen entwickeln und den Bürgern verständlich Nahe bringen müssen. Denn nur wer die Bedrohung mit all den Risiken versteht, ist bereit sich mit anderen gemeinsam wirksam vorzubereiten und sein weiteres Dasein zu sichern.

In dem Konzert der zivil-militärischen Zusammenarbeit, Bevölkerungsschutz und Zivilschutz spielen eine Vielzahl von Behörden auch in den Regierungen des Bundes und der Länder eine herausragende Rolle. Wichtig erscheint es aber den Mitbürgern praktische Regeln und Tipps alltagstauglich und verständlich an die Hand zu geben, sodass jeder selbst in der Lage ist, für sich und seine Familie ein Mindestmaß an Sicherheit und Resilienz zu schaffen.
Vortrag und Diskussion
Referent: Sebastian Klein , Landessprecher Saarland des Technischen Hilfswerks (THW)
Ort: Offizierheim Saarlouis neben der Graf-Werder-Kaserne - Wallerfangerstraße 33 , 66740 Saarlouis
Organisator: Detlef W. Karioth , Leitender Polizeidirektor a.D. , detlef.karioth@gsp-sipo.de
Paul-Lincke-Str. 20 (Büro), 66113 Saarbrücken 

THW Landessprecher Sebastian Klein bei seinem Vortrag


v.l.n.r. LtdPD a.D. Detlef W. Karioth und THW Landessprecher Sebastian Klein bei der Q&A Session nach dem Vortrag


Leiter des Amtes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung Saarlouis Christian Bost mit Erläuterungen zur Übung SAAREX 2026


Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine forderte ein Umdenken in unserer Gesellschaft mit Blick auf Bedrohungen durch kriegerische Angriffe, Terrorangriffe, Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie hybride Bedrohungen.

Nach dem jahrzehntelangen Abbau unserer Zivilschutzeinrichtungen, Schließung von Schutzbunkern u.v.m.  aber auch dem Rückbau und der Vernachlässigung unserer Verteidigungsfähigkeit, der finanziellen Einsparung zugunsten anderer politisch wohl eher priorisierter Bereiche zum Erhalt des Wählerwohlwollens, sieht sich unsere Gesellschaft nun vielfältiger Bedrohungsszenarien ausgesetzt, auf die sowohl Militär als auch Blaulichtorganisationen, aber auch jeder Einzelne, Familien, Nachbarschaften und Wohngemeinschaften  wirksame Handlungsoptionen entwickeln müssen, um eigene Resilienz zu gewährleisten. 

Die dezentralen, föderalistischen Strukturen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes fordern Bund, Länder, Kommunen, Städte und Gemeinden sowie jeden einzelnen von uns auf, seinen Beitrag im Sinne des Ganzen zu leisten. Dazu ist es vorrangig wichtig, die verschiedensten Szenarien durchzudenken und im Rahmen von Übungen zu trainieren. Dazu gehören Stromausfall mit Folgen für Kommunikation (Digitalfunk, Mobilfunk u.a.), elektronische Schließanlagen, Beleuchtung, Anschläge auf Wasserversorgung, Fragen zu Mobilität, Straßen- und Wegenutzung, Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser, medizinische Hilfe sowie die Schaffung von Leuchttürmen (Sportstätten mit Duschen, Gemeindezentren, Schulen u.a.), wo sich Bürger versammeln können. Wichtig sind auch die Funktionsfähigkeit von Warn-Apps (NINA und KatWarn) Sirenen, Lautsprecheranlagen u.v.m.

Sebastian Klein, der Landessprecher des THW Saarland, erläuterte in eindrucksvoller Weise aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung im Inland sowie bei Kriseneinsätzen in vielen Teilen der Welt in sehr bodenständiger, alltagstauglicher Form, auf was die Menschen in den genannten Krisensituationen achten sollten. 

Dabei kam deutlich der Vorteil des THW als Bundesanstalt zum Tragen, da die Einsatzmittel bundesweit vereinheitlich und somit in jedem Bundesland gleich strukturiert sind. An der hohen Bedeutung des Ehrenamtes ließ er keinen Zweifel. Die Jugendbetreuung und Gewinnung von jungen Menschen für die verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten sind unerlässlich und haben eine positive gesellschaftliche Wirkung. So haben Kinder und Jugendliche des THW durch ihre Befähigung im Bevölkerungsschutz schon 12 Menschenleben gerettet. 

Viele Fragen der Teilnehmer und der klare Wunsch an uns, genau mit solchen praxisbezogenen Veranstaltungen mit weiteren Organisationen des Bevölkerungsschutzes und Katastrophenschutzes fortzusetzen. 


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